Text von Sonntag, 10. März 2002
Marburg * (FJH)
Normalerweise beschimpfen oder prügeln sich Betrunkene des nachts vor der "Bremsspur" auf dem Wehrdaer Weg. Am Sonntagvormittag (10. März) endete eine Auseinandersetzung ganz anderer Art tödlich. Passanten beobacheten, wie ein Hund auf der Straße ein Reh jagte und erlegte. Gegen 10.30 Uhr war er gerade dabei, das Reh totzubeißen. Als es sich nicht mehr regte, schleppte er das Tier von der Fahrbahn auf den Bordstein vor der Kneipe. Kurz darauf traf die Polizei am Ort des grausigen Geschehens ein. Die Hundebesitzer waren mit ihrem Haustier im Wald oberhalb des Wehrdaer Wegs spazierengegangen, als der Hund das Reh witterte. Nach ihren Schilderungen hat er sich losgerissen und das Reh bis zum Wehrdaer Weg gejagt. Die Polizei meldet den Vorfall nun ans Ordnungsamt, das über das weitere Schicksal des Hundes entscheidet. Möglicherweise muss er sich einer "Wesensprüfung" unterziehen. Das Reh wurde dem zuständigen Revierförster übergeben, der eine Untersuchung auf mögliche Krankheiten veranlassen wird. Nach Angaben der Marburger Polizei kommen ähnliche Vorfälle in den Wäldern rund um die Stadt mehrmals im Jahr vor. So nah ans Stadtzentrum hat sich aber bisher noch kein gejagtes Wildtier geflüchtet. |