Text von Dienstag, 16. April 2002
Marburg * (ChH)
Im Seitenschiff der Elisabethkirche werden vom 16. bis zum 28. April die Entwürfe zur Umfeldgestaltung der Kirche ausgestellt, die im Rahmen eines Ideenwettbewerbs prämiert wurden. Die Stadt Marburg hatte diesen Wettbewerb ausgeschrieben, um die Gestaltung und den Nutzwert des Umfeldes der Kirche zu verbessern. Auf Ausstellungswänden kann der Besucher die sieben ausgewählten Entwürfe im Detail betrachten. An dem Wettbewerb beteiligten sich 31 Architekten und Architekturbüros. Sie hatten drei Monate Zeit, ihre Arbeiten einzureichen. An der Jury beteiligten sich sachverständige Architekten/Ingenieure, Politiker und Angehörige der Universität und der Kirche. Vergeben wurden die Plätze eins bis vier. Drei weitere Entwürfe wurden angekauft, damit erhält die Stadt die Rechte an den Plänen. Zur Ausstellungseröffnung stellte Pfarrer Ralf Hartmann das Umgestaltungsvorhaben kurz vor. Diplom Ingenieur Reinhold Kulle und DiplomIngenieurin Karin Storm- Bölle vom Amt für Stadtentwicklung und städtebauliche Planungen erläuterten die Ausschreibung und ihre Ergebnisse. Der Bereich um die Elisabethkirche sowie des sie umgebenden Deutsch-Ordens-Bezirks ist unter kunsthistorischen und stadtgeschichtlichen Aspekten für Marburg wichtig. Darüber hinaus soll die Attraktivität für Touristen gesteigert werden. Die Aufgabe der Kirche für die Menschen ist, Räume zu schaffen, die frei genutzt werden können sowie die Geschichte der Kirche und des Ordensbezirkes zu vermitteln. Eine gute Idee für die Zukunft ist, ein Gemeindecafé einzurichten. In der Elisabethstraße soll eine verkehrsberuhigte Zone entstehen, dabei wird der Fußgängerbereich attraktiver gestaltet. Beitragen zu dieser Attraktivitätssteigerung soll auch, dass die Obdachlosen sich nicht mehr am benachbarten Kiosk aufhalten sollen. Aber nicht nur der Bereich um die Kirche soll aufgewertet werden, weitere städtebauliche Veränderungen in der Nordstadt sind geplant. So soll das "Schwarze Wasser"- ein Nebenarm der Lahn - in einigen Entwürfen von der Kirche aus zugänglich gemacht werden. Bei einer ersten Präsentation im städtischen Bauamt hat es teilweise heftige Kritik an den Entwürfen gegeben. Mit Hilfe eines Gästebuchs wird der Dialog mit den Besuchern der Ausstellung gesucht. "Das Gespräch soll in Gang gesetzt werden", regte Pfarrer Hartmann an. Ideen, Anregung und Kritik sind erwünscht. |