Text von Mittwoch, 24. April 2002
Marburg * (ChH)
Die schöne Königstochter weint bitterlich. Ihre goldene Kugel ist in den Brunnen gefallen. Die Kinder warten gespannt. Ein kleiner Zuschauer ruft. "Wann kommt denn der Frosch endlich?" Eine Stimme ertönt aus dem Brunnen. Die Marburger Märchenbühne führte am Mittwoch (24. April) das Märchen "Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich" auf. Im historischen Saal des Rathauses folgten Kinder ab drei Jahren gebannt dem Spiel mit Marionetten und Schattenfiguren. Die Veranstaltung fand im Rahmen der 3. Marburger Buchwoche statt. Das Bühnenbild ändert sich. Eine der beiden Puppenspielerinnen hebt den Brunnen von der kleinen mit roten, grünen und blauen Lampen beleuchteten Bühne. Sie stellt zwei Stühle und einen Tisch auf. Die andere Darstellerin gibt, einem Minnesänger gleich, die vergangenen Geschehnisse wieder. Die Königstochter versprach dem Frosch, dass er mit ihr Tellerchen und Bettchen teilen dürfe, wenn er nur ihre Kugel wiederholen würde. Sie hielt das Versprechen aber nicht ein, da sie sich vor dem schleimigen Frosch ekelte. Auf einer Querflöte wird die immer wiederkehrende Melodie des Stückes gespielt. Am Anfang wurde auch eine Gitarre eingesetzt. Plitsch Platsch, Plitsch Platsch - Schritte ertönen auf der Treppe des Schlosses. Der Frosch fordert seinen Tribut ein. Die Prinzessin wird von ihrem Vater ermahnt, ihr Versprechen einzuhalten. Später ist sie froh über die weise Voraussicht ihres Vaters. In einer Kutsche fährt der eiserne Heinrich vor, um Prinz und Prinzessin abzuholen. Der Zauber, mit dem eine böse Hexe den Prinzen in einen Frosch verwandelt hatte, ist gebannt. Das Stück ist der Altersgruppe gemäß konzipiert. Die Atmosphäre des historischen Rathaussaales paßte sehr gut zu der Thematik, ebenso wie die live gespielten Instrumente und der "Minnesang". Interessierte können sich das Puppentheater der Marburger Märchenbüne auch am Freitag (26. April) im Kindheitsmuseum am Barfüßser Tor ansehen. |