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Text von Mittwoch, 3. April 2002


mabiko: Neuer Auftritt, neue Barrieren

Marburg * (FJH)
Mit viel Vorschußlorbeer ist www.mabiko.de Anfang April ins Netz gestartet. Ein Online-Portal für den Landkreis Marburg-Biedenkopf soll es sein mit allem, was das User-Herz begehrt. So oder ähnlich tönten die Projektpartner von mabiko - die EAM, die Sparkasse Marburg-Biedenkopf (SKMB) und die Oberhessische Presse (OP) - schon vor dem Start der neuen Webpräsenz. Doch wieder einmal haben die Macherinnen und Macher eine Gruppe übergangen: Die Behinderten! mabiko wie auch die neuen Seiten der OP sind nicht barrierefrei.
Für blinde ist der Internet-Auftritt der OP nun wesentlich unübersichtlicher als früher. Wie bisher schon bei der OP gibt es bei beiden Internet-Angeboten Links auf Grafiken, die nicht mit Text unterlegt sind. Ohne Text unter den Grafiken ist für Blinde schlicht gar nichts da. sie gucken uninformiert in die Röhre. Bei einer Neugestaltung hätte dieser Mangel behoben werden müssen, aber Fehlanzeige!
Dabei leben in Marburg nun doch wirklich genug Blinde und Sehbehinderte, dass Barrierefreies Webdesign wenigstens hier eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Immerhin ist in Marburg mit dem Arbeitskreis Barrierefreies Internet (AKBI) der bundesweite Vorreiter für einen gleichberechtigten Zugang aller Userinnen und User zum Internet ansässig. Da sage niemand, er hätte das mit der Barrierefreiheit nicht gewusst!
Behinderte sind anscheinend nicht so wichtig. Warum sonst übergeht man sie so ungeniert?
In Marburg darf das aber nicht so bleiben. Die Bewertung der Userschaft sollte eindeutig zugunsten der Barrierefreiheit ausfallen: Klassenziel verfehlt, wiederholen! Vielleicht wird ja der nächste Anlauf besser.



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