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Text von Dienstag, 12. März 2002


Besiegelt: Philipp kehrt zurücks

Marburg * (FJH)
Landgraf Philipp der Großmütige wird auch in Zukunft die Betrachter von Drucksachen der PHilipps-Universität anschauen. Bei einer Sitzung am Montag (11. März) überreichte Universitätsspräsident Horst Franz Kern den Dekanen der 17 Fachbereiche ein Schreiben, das vielen Grund zur Genugtuung gibt. Darin zieht der Universitätspräsident das umstrittene neue Logo zurück.
Ausgerechnet im Jahr ihres 475-jährigen Bestehens sollte der Universität ein neues Logo verpasst werden. Ein Kreis und ein Quadrat, getrennt durch einen senkrechten strich, sollten nach dem Willen des Stuttgarter Designers Karl Duschek künftig die altehrwürdige Universität repräsentieren. Das historische Siegel des Universitätsgründers, von dem der Landgraf die Betrachter anschaut, sollte ausrangiert werden.
Dem daraufhin ausgebrochenen Sturm der Entrüstung begegneten Kern und Duschek mit Ignoranz und Arroganz: Sie wüßten schon, was für die zeitgemäße Präsentation der Hochschule notwendig sei. "Kreti und Pleti" hätten keine Ahnung von modernem Design.
Das erzürnte die Gescholtenen natürlich nur noch mehr. Sie pochten zu Recht auf einen geschichtsbewussten Umgang mit der Tradition der ältesten protestantischen Universität Deutschlands. Ihrem Druck musste Kern schließch weichen.
Den Sieg der Vernunft über geistlosen "Zeitgeist" garnierte der Universitätspräsident in seinem vom 4. März datierten Schreiben an die Dekane aber noch mit einer uneinsichtigen Anmerkung: Das Logo sei doch schon im Herbst 2001 vorgestellt worden. Jeder, der Interesse daran habe, h&aumml;tte schon damals seine Kritik äußern können.
Was will er denn nun, der Herr Kern: Möchte er in seiner übergroßen Weisheit die Geschicke der Philipps-Universität bestimmen oder sollen "Kreti und Pleti" bei allen Entscheidungen mitreden? Muss jetzt jeder jeden Handstrich, den Kern macht, kritisch beäugen? Nach dem Debakel mit dem Logo scheint wohl, dass diese Kontrolle notwendig ist. Also, aufgepasst!


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