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Text von Mittwoch, 14. July 2004

> k u l t u r<
  
 Semesterabschluss: SSO bekennt sich zu Griechenland 
 Marburg * (hjf)
Beim gut besuchten Semesterabschlusskonzert des Studenten-Sinfonie-Orchesters Marburg (SSO) am Dienstag (13. Juli) im Auditorium Maximum (AudiMax) war die Message klar: Griechenland vor, noch ein Tor! Burchhard Schäfer, der Dirigent - oder sollte man vielleicht besser "Trainer" sagen - kam jedenfalls mit einem Fußball und in die Griechische Nationalflagge gehüllt auf die Bühne. Dazu sang das Orchester begleitet von den Bläsern den bekannten Schlager "Griechischer Wein".
Dieser gute-Laune-Gag brachte das überwiegend junge Publikum nochmal richtig in Fahrt.
Das war allerdings schon bei der zweiten Zugabe. Vorher gab es natürlich noch einiges mehr zu hören.
Als Erstes spielte das SSO Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre "Romio und Julia". Der von Tschaikowsky darin symbolisierte Kampf der Schwerter war auch im Kampf so mancher Musiker mit seinem Instrument deutlich zu hören. Die anfänglichen Intonationsprobleme der Streicher und Bläser setzten sich während des Stücks fort. Die großen dynamischen und rhythmischen Klippen umschifften sie jedoch gut. Zur Ehrenrettung der Orchestermitglieder muss aber auch gesagt werden, dass Tschaikowskys Werk den in diesem Falle Laienmusikern viel abverlangt. Dennoch hätte man von dieser Aufführung mehr erwarten können.
Das zweite Werk des Abends war das Konzert für Blechbläserquintett und Orchester von Jan Koetsir. Insgesamt war das Werk harmonisch gesehen etwas dünner, verlangte aber doch den Einsatz aller Musiker. Wenn es auch zunächst eher klassisch klang, wandelte es sich im Laufe der Zeit bis ins Jazzige. Besonders suverän gelang dem SSO der dritte Satz des Werkes und dafür erntete es auch einen stürmischen Applaus mit Fußgetrampel. Der galt auch im besonderen dem Well~Blech Blasquintet, dass dass SSO für das Werk Koetsirs unterstützte. Bevor die Pause begann, spielten die Well~Blechs noch ein populäres Stück quer durch das Publikum.
Nach der Pause folgte dann die 8. Sinfonie in F-Dur von Antonin Dvorak. Hier lief das SSO zu seiner Hochform auf. Die filigrane Struktur und die dynamischen Herausforderungen stellen große Anforderungen an die Musiker und den Dirigenten. Das Publikum belohnte sie daher auch mit einem langanhaltenden Applaus.
Neben besagtem Abschlussschlager spielten sie dann als weitere Zugabe eine klassifizierte Fassung von "Mission Impossible". Und zwar ziemlich cool, mit Sonnenbrillen.
Das Konzert kann insgesamt als großer Erfolg des SSO verbucht werden. Die kleineren und mittleren Schnitzer während der Aufführung sind zu verzeihen, bedenkt man, dass alle Mitglieder des Orchesters Laienmusiker sind und die Probenarbeit neben dem Studium erledigt werden muss.
 
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