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Text von Freitag, 27. Februar 2004


 
Jugendhilfe: Schulschwänzer und Hartz-Reform
  Marburg * (sts)
"Wir müssen gegenseitig wahrnehmen, was getan wird, und zusammen überlegen, was man mehr tun kann", forderte Ursula Tänzler vom Staatlichen Schulamt eine bessere Kommunikation zwischen Schule und Jugendhilfe. Nach dem Jugend- und Sozialausschuss beschäftigte sich am Donnerstag (26. Februar) im Sitzungssaal "Hohe Kante" nun auch der Jugendhilfeausschuss mit der Beantwortung einer großen Anfrage durch das staatliche Schulamt.
Die Grünen hatten einen Fragenkatalog zum Bildungs- und Jugendpolitischen Handlungsbedarf erstellt, der vom Magistrat und vom Schulamt beantwortet worden war. Stadtrat Dr. Franz Kahle, wie der gesamte Magistrat, empfand die Beantwortung durch das Schulamt als "unglücklich". Tenzer rechtfertigte die knapp geratenen Antworten: "Wir hatten nur zehn Tage Zeit und das eingeforderte statistische Material war nicht vorhanden".
Der Ausschuss widmete sich in erster Linie dem Thema "Schulschwänzen". Ulrich Severin (SPD) kritisierte, dass die Lehrer mit dem Problem allein gelassen würden, da kein klares Reglement an Maßnahmen gegen notorische Schulschwänzer vorhanden sei. Es drohe die Gefahr einer ungewollten, systematischen Ausschulung. Mit Unterstützung des Schulamtes berief Kahle eine Kommission ein, die zu diesem Thema eine fundierte Diskussionsgrundlage liefern soll.
Im zweiten Teil der Sitzung unterrichtete Gerhard Wenz von der Arbeitsagentur Marburg die Stadtverordneten über die Auswirkungen der Hartz-Reformen auf Jugendliche ohne Berufsausbildung. Durchweg positiv berichtete er von den internen Reformen, die Marburg ab dem 29. März zu einer von elf Modell-Arbeitsagenturen werden lassen. Die Umwandlung zum Dienstleistungsunternehmen bündele Aktivitäten und Kompetenzen. Schnittstellen zwischen den internen Stellen könnten klar heraus gearbeitet werden.
Da jeder Jugendliche unter 25 Jahren einen Anspruch auf eine Arbeitsgelegenheit habe, würden ab September im Amtsbezirk Marburg über 300 Plätze für berufsvorbereitende Maßnahmen zur Verfügung gestellt, so Wenz. Hier könnten Jugendliche ohne Berufsausbildung einen Grundausbildungslehrgang absolvieren, um dann in Arbeit oder Ausbildung vermittelt zu werden.
Als problematisch könnte sich jedoch die zentrale Ausschreibung der Maßnahmen für die freien Träger vor Ort erweisen. Kahle appellierte an die Mitarbeiter der Arbeitsagentur doch verstärkt die "Zielgerichtetheit der Trägerangebote zu betrachten" und nicht nur Kostengründe entscheiden zu lassen.
 
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