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Text von Dienstag, 6. July 2004

> s o z i a l e s<
  
 Gründertage: Beispiele und Bedingungen 
 Marburg * (fjh/pm)
Existenzgründungen sind in den letzten Jahren für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt immer wichtiger geworden. Glücklicherweise gibt es erfolgreiche Beispiele, die zeigen, dass Beschäftigung und neue Arbeitsplätze trotz schlechter gesamtwirtschaftlicher Lage geschaffen werden können.
"Wir haben auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf einige Unternehmen, die hier sehr kreativ sind und erfreulicherweise gegen den Trend Umsatzwachstum und Stellenzuwachs zu verzeichnen haben", sagte Landrat Robert Fischbach am Dienstag (6. Juli) im Hinblick auf die Hessischen Gründertage.
Lars Kissner und Jochen Feindt (beide KIZ AG Offenbach) sowie Dr. Frank Hüttemann von der Wirtschaftsförderung des Kreises stellten die Aufgaben der Hessischen Gründertage am Montag (5. Juli) im Kreishaus vor. Sie werden in der zweiten Oktoberwoche in Marburg stattfinden.
Im Mittelpunkt der Gründertage stehen Vorträge, Workshops sowie eine Ausstellung der Gründer und der mittelhessischen Netzwerkpartner.
Ziel sei dabei, voneinander zu lernen und den Gedanken der möglichen Vernetzung zu beachten. Dabei gilt das Augenmerk nicht nur den größeren Neugründungen mit hohem Kapitalbedarf, sondern auch den Kleinstgründungen mit einfachen Mitteln.
Fast die Hälfte aller Neugründungen werden von Menschen durchgeführt, die zuvor arbeitslos waren oder Sozialhilfe bezogen haben. Selbst diese Kleinstgründungen können einen noch größeren Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit leisten, wenn dabei alle wichtigen Institutionen und Multiplikatoren diese Chance erkennen und Existenzgründungen noch aktiver fördern.
Durch die Darstellung praktischer Erfolge und intensive Information über zukunftsfähige Konzepte soll eine breite Basis für die Gründerförderung geschaffen werden. Das gelte auch unter den Aspekten, wie Existenzgründungen bei schwieriger Ausgangslage und mit knappen Mitteln erfolgversprechend gefördert werden können.
Zu der diesjährigen Zentralveranstaltung in Marburg kommen Gründungsförderer aus ganz Deutschland. Schirmherr dieser Veranstaltung ist der hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel.
Die Gründertage sollen ein Forum für den Erfahrungsaustausch zwischen Multiplikatoren, Experten und Gründern schaffen und Netzwerke für Gründungsförderung in Hessen stärken. Zudem sollen Beispiele erfolgreicher Gründungen und Erfolgsfaktoren dargestellt werden, damit mehr Menschen eine selbständige Existenz aufbauen und dabei erfolgreich sind.
Außerdem wird der Hessische Gründerpreis ausgelobt, der besonders erfolgreiche und herausragende Gründungen auszeichnen soll. Dabei kommt es allerdings nicht allein auf Umsatz und Gewinn an. Vielmehr sollen mit dem Preis besondere Leistungen anerkannt werden, die in verschiedenen Hinsichten gezeigt wurden. Der Gründerpreis wird deshalb in drei Kategorien vergeben: Es geht einerseits um die "Mutigste Gründung", bei der deutlich wird, dass althergebrachte Denk- und Verhaltensmuster überwunden wurden, andererseits um die "schwierigsten Startbedingungen" wie etwa bei Menschen ohne Schulabschluss oder qualifizierte Berufsausbildung oder mit Behinderungen. Schließlich werden Betriebe für die Schaffung vieler Arbeitsplätze ausgezeichnet.
 
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