Text von Donnerstag, 11. November 2004
Umwälzungen: Ein-Euro-Jobs in der Pflege | ||
Marburg * (lyg/pm)
Die anstehenden Veränderungen im Pflegebereich angesichts der Einführung sogenannter "Ein-Euro-Jobs" sind Thema einer Informations- und Diskussionsveranstaltung am Montag (15. November). Die VEranstalter der "Marburger Demo gegen Sozialabbau" wollen damit die kritische Debatte über die Auswirkungen von "Hartz IV" fortsetzen. Der Diskussionsabend unter dem Titel "Ein-Euro-Jobs - Umwälzungen in der Pflege" mit Rüdiger Bröling von der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und dem Sozialexperten Pit Metz findet ab 19 Uhr im Hörsaal 7 des Hörsaalgebäudes der Philipps-Universität an der Biegenstraße statt. Mit dem sogenannten "Sozialgesetzbuch II" (SGB II) - eher bekannt unter dem Namen "Hartz IV" - können Erwerbslose ab dem 1. Januar 2005 zu gemeinnütziger Arbeit zwangsverpflichtet werden. Voraussichtlich werden sie an die Stelle der Zivildienstleistenden treten, die mit einer Abschaffung des Wehr- und Ersatzdienstes durch andere billige Arbeitskräfte ersetzt werden sollen. Aber auch Fachpersonal könnte zugunsten der sogenannten "Arbeitsgelegenheiten" nach dem SGB II ersetzt werden. Über die Auswirkungen derartiger Strukturen auf die Qualität der Pflege, die heute schon sehr zu wünschen übrig lässt, wollen die Veranstalterorganisationen ebenso diskutieren wie über die drohende Privatisierung sozialer Leistungen. Der Pflegebereich ist dabei nur ein Beispiel für die anstehenden Umwälzungen. Mit der Zwangsarbeit in "Ein-Euro-Jobs" raubt der Gesetzgeber Langzeitarbeitslosen ihre Würde. Mit dem Einsatz zwangsverpflichteter Pflegekräfte nehmen die jeweiligen Pflegedienste ihren Kunden die Würde. Pflege wird so zur lästigen Pflicht an Bedürftigen, die halt erledigt werden muss. Die Veranstalter rufen alle Interessierten dazu auf, sich aktiv in die Diskussion am Montagabend im Hörsaalgebäude einzuschalten. Eine weitere Veranstaltung zu "Hartz IV" ist für Mittwoch (15. Dezember) um 20 Uhr - ebenfalls im Hörsaalgebäude - geplant. Dann soll es um die Umsetzung von "Hartz IV" in Stadt udn Landkreis gehen. | ||
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