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Text von Donnerstag, 29. April 2004

 
Wasserversorgung: Marburgs Trinkwasser ist 40 Jahre alt
  Marburg * (sts)
Mehr als 10.000 Kubikmeter Wasser, rund 10 Millionen Liter, werden am Tag in Marburg verbraucht. "Auf den ersten Blick ist das eine riesige Menge. In anderen Teilen der Welt reicht sie aber gerade mal aus, um 120 Gäste eines Luxushotels am Tag zu versorgen", sagte Walter Christ, Wassermeister bei den Stadtwerken Marburg (SWM). Am Mittwoch (28. April) referierte Christ in der Volkshochschule zum Thema "Wasserversorgung in Marburg - auch in Zukunft sicher?" . Die Arbeitsgemeinschaft "Arbeit und Leben" in Kooperation mit dem städtischen Agenda-Büro und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hatten die Veranstaltung ermöglicht.
Aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit bietet der Großraum Marburg hervorragende Bedingungen zur Wasserversorgung. Ein Drittel der Fläche des Landkreises ist Wasserschutzgebiet, vor allem in der Gegend um Wohra und Stadtallendorf. Rund 40 Prozent der täglich benötigten Wassermenge beziehen die Stadtwerke aus diesem Gebiet, 60 Prozent können aus dem Großraum Marburg selbst gedeckt werden. Das Wasser stammt hauptsächlich aus bis zu 170 Meter tiefen Brunnen der Umgebung. "Durch eine spezielle Untersuchung haben wir festgestellt, dass das dort gewonnene Wasser rund 40 Jahre alt ist", erklärte Christ.
In den Wasserwerken wird es gefiltert und aufbereitet, anschließend in einen der 17 Hochbehälter gepumpt. Der Größte mit einem Fassungsvermögen von 18.000 Kubikmetern befindet sich oberhalb der Adolf-Reichwein-Schule. Über ein insgesamt 500 Kilometer langes Leitungsnetz wird das Wasser dann an die Verbraucher geliefert. Zusätzlich zu den Brunnen tragen auch noch zwei überirdische Quellen zur Wasserversorgung bei. Direkt aus der Lahn wird kein Trinkwasser entnommen.
"Lange Dürrephasen wie im letzten Sommer sind für uns unproblematisch. Viel gefährlicher sind Hochwasser", meinte Christ zur Überraschung der Zuhörer. Selbst in sehr heißen Sommern steigt der Wasserbedarf um kaum zwei Prozent. Bei Hochwasser jedoch können viele Brunnen nicht mehr genutzt werden, da die Gefahr besteht, verschmutztes Wasser mit zu pumpen.
Der Wasserverbrauch - pro Kopf etwa 140 Liter am Tag - stagniert in den letzten Jahren. Hatte man in den 60er Jahren noch mit einer Steigerung bis auf 200 Liter am Tag gerechnet, so geht der Verbrauch heute tendenziell nach unten.
"Wassersparen lohnt sich aber dennoch. Schließlich ist Wasser eine begrenzt vorhandene Ressource", appellierte Christ zum Abschluss an die Verbraucher.
 
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