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Text von Sonntag, 11. July 2004

> b i l d u n g<
  
 Plünderer: Katastrophale Kulturvernichtung im Irak 
 Marburg * (fjh)
"Kulturvernichtung von der Kategorie des Mongolensturms" hat Prof. Walter Sommerfeld im Irak ausgemacht. Der Marburger Altorientalist hat das Land erst kürzlich bereist. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Archäologen aus aller Welt schlug er am Mitttwoch (14. Juli) Alarm: Grabungsstätten würden systematisch geplündert, wertvolle Kulturgüter gingen unwiederbringlich verloren!
Zwischen Euphrat und Tigris im historischen "Zweistromland" befinden sich die Überreste uralter Hochkulturen. Mehr als 3.000 Jahre alte Siedlungen der Sumerer, Akkader, Assyrer und Babylonier werden derzeit nicht von Archäologen ausgegraben, sondern von einfach geplündert. Wichtige Funde werden verkauft und ins Ausland verschoben. Damit gehen sie der Wissenschaft verloren.
Schon im April 2003 haben Fachwelt und internationale Öffentlichkeit fassungslos die Bilder der Verwüstung aus dem Irak-Museum in Bagdad verfolgt. Dort Einzigartige Hinterlassenschaften der vorchristlichen Hochkulturen im alten Mesopotamien waren dor aufbewahrt.
Zerstört wurden aber auch zahlreiche andere Einrichtungen,, die weitere Teile des kulturellen Erbes des Zweistromlandes enthielten. Tatenlos sahen die US-amerikanischen Besatzer der Plünderung des Ottomanischen, des Königlichenn und das Staatsarchivs oder der Koranbibliothek zu. Nach Augenzeugenberichten hätten die Soldaten die Plünderer sogar noch ermutigt.
Die Archäologen fordern die irakische Übergangsregierung und d Oberkommando der Besatzungstruppen auf, das Kulturerbe besser zu schützen. Einer der Mahner ist auch der Marburger Altorientalist.
 
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