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Text von Dienstag, 17. April 2007

> s o z i a l e s<
  
 Vollversorgung: Ausbau der Kinderbetreuung 
 Marburg * (atn/pm)
Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren sollen in Marburg in den kommenden Jahren vermehrt geschaffen werden. Doch bereits in den letzten beiden Jahren zeigte sich eine positive Entwicklung hin zu mehr Kinder- und Elternfreundlichkeit.
Das Tagesbetreuungs-Ausbaugesetz (TAG) des Bundes verpflichtet seit zwei Jahren die Kommunen, ihre Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren erheblich auszubauen. Bis zum Jahr 2010 soll bundesweit ein Versorgungsgrad von rund 20 Prozent erreicht werden.
Der Magistrat der Universitätsstadt Marburg hat bereits im Juli 2005 ein Konzept vorgelegt, wie der Ausbau in Marburg erfolgen soll, erläuterte Bürgermeister Dr. Franz Kahle.
Dabei gehen die Politiker von einem unterschiedlichen Bedarf je nach Alter der Kinder aus. Bei Kindern unter einem Jahr werde maximal von 10 Prozent dieser Altersgruppe ein Betreuungsangebot benötigt, während für Kinder zwischen zwei und drei Jahren ein Bedarf von mindestens 40 Prozent gesehen wird.
Für die Stadt Marburg werden bis 2010 insgesamt mindestens 425 Plätze für Kinder unter drei Jahren benötigt. Diesem Bedarf will die Stadt vorrangig durch drei Maßnahmen gerecht werden. Zunächst sollen neue Krippenplätze geschaffen werden. Außerdem sollen Kindergartengruppen in alterserweiterte Gruppen umgewandelt werden, in denen Kinder ab einem oder zwei Jahren gemeinsam mit Kindern im Kindergartenalter betreut werden. Schließlich sollen auch neue Tagespflegemodelle in angemieteten Wohnungen eingeführt werden.
Im Jahr 2004 standen in Marburg 150 Plätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung. Davon waren seit Mitte der 1990er Jahre lediglich 36 Plätze neu geschaffen worden. Zwischen 1996 und 2004 betrug der Zuwachs an Betreuungsplätzen damit nur etwa 32 Prozent.
Seit 2005 hat der Ausbau der Betreuungskapazitäten in Marburg eine deutliche Dynamik entfaltet. In den letzten zwei Jahren sind 89 neue Plätze in Krippen und Kindertagesstätten hinzugekommen. Davon fallen allein 63 Plätze auf alterserweiterte Gruppen und 26 Plätze auf Krippengruppen. Hervorzuheben ist hier die neue Krippe des Klinikums als betriebliche Einrichtung, sowie die Umwandlung einer Kindergarten- in eine Krippengruppe in der Katholischen KiTa Liebfrauen. In beiden Fällen unterstützt die Stadt Marburg jeden Platz mit einer Zuwendung von 6.000 Euro pro Jahr. Insgesamt bedeutet dieser Ausbau einen Anstieg der Betreuungsplätze um 59 Prozent seit Ende des Jahres 2004.
Daneben wurden 15 zusätzliche Plätze in den so genannten KiT-Modellen geschaffen. KiT steht für Krippenplätze in Tagespflege. Dieses Angebot ist eine Mischung aus der klassischen Tagespflege und der Betreuung in Krippen. Bis zu fünf Kinder werden durch ausgebildete Erzieherinnen betreut. Die Anmeldung und Vergabe der Plätze erfolgt über das Jugendamt. Der Elternbeitrag entspricht in der Höhe dem Beitrag für eine Krippe.
Zusätzlich gibt es in Marburg qualifizierte Tagesmütter, die nach einer Erhebung vom März 2006 103 Kinder unter drei Jahren betreuten. Damit stehen insgesamt über 350 Betreuungsplätze für Kinder dieser Altersklasse in Marburg zur Verfügung. 146 davon befinden sich in Krippen, 93 in alterserweiterten Gruppen, 15 in KiT-Modellen und 103 in der Kindertagespflege.
Die Bilanz der letzten Jahre habe gezeigt, dass die Stadt Marburg erhebliche Finanzmittel in den Ausbau der Kindertagesbetreuung gesteckt hat und die Zielsetzung einer bedarfsgerechten Versorgung konsequent verfolgt, betonte Kahle. Trotz dieser vergleichsweise guten Angebotsstruktur seien allerdings weiterhin erhebliche Anstrengungen notwendig, um den für 2010 angestrebten Bestand von rund 425 Plätzen zu erreichen.
 
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